Geografische und historische Übersicht

Das Dorf liegt geografisch gesehen auf einer windigen und im Winter kalten Hochebene. Deshalb war das Betreiben der Landwirtschaft dort schwieriger als in anderen Dörfern, was die Dorfbewohner, „Barotchés“ genannt, dazu veranlasst hat, sich für zusätzliche Einkommen dem Wald zuzuwenden. So können Bauberufe wie Säger, Schreiner, Zimmermann und Bauunternehmer auf eine lange Tradition zurückblicken.

Das Holz war Bestandteil des Lebens der „Barotché“. Deshalb haben sie großen Wert darauf gelegt, durch ein Museum von dieser Vergangenheit zu zeugen.

Labaroche hat die Eigenschaft, dass es zum „welschen Kanton" gehört. Obwohl man diese Eigenart heute mit Stolz beansprucht, war es nicht immer so: Es gab Zeiten, wo diese Bezeichnung im Mund derer, die sie benutzten, alles andere als ein Kompliment war! „Welsch“ hieß so viel wie die „vom Westen“, die Ausländer, mit einem Wort die Andersartigen.  

Im Kanton von Lapoutroie war in der Tat alles ein wenig anders als unten im Tal (durch diesen Ausdruck wollte man sich für das Schimpfwort „Welsch“ rächen).

Zum einen hatte die Mundart nichts Alemannisches und Humor galt als wirksame Waffe gegen die Wechselfälle des Lebens.

Zum anderen waren die Siedlungen zerstreut. Die an die Berghänge geschmiegten kleinen Bauernhöfe waren mit einer komischen Brücke versehen, die direkt vom Dachboden zu den Feldern führte und somit die Heueinfuhr erleichterte.

Auch der Charakter der Einheimischen war irgendwie anders. Da sie eigenwillig, hartnäckig und nicht sehr gesprächig waren, verstanden die Einwohner der Ebene sie oft nicht.

Der Wirtschaftsertrag war in diesen Berggegenden viel geringer als auf den Hügeln der Untervogesen, die gegen die Kälte geschützt waren.